Mit POIbase & POI Pilot 5000 plus am Blitzer vorbei zu Tausenden Sonderzielen
[Trigami-Review] Software und Gerät wurden vom Hersteller zur Verfügung gestellt.
In den vergangenen Jahren haben Navigationsgeräte eine ähnliche Entwicklung erfahren wie Mobiltelefone: Von der teueren Luxusausstattung mit begrenztem Nutzen zum Alltagsgegenstand für jedermann. Selbst Markengeräte bekommt man im Deutschlandpaket für unter 100 Euro, bei “no names” ist man sogar schon ab etwa 65 Euro dabei. Da muß man sich als Hersteller etwas einfallen lassen, um sich von der Masse abzuheben und noch ein bißchen Geld zu verdienen. Ein Weg der Hersteller ist, immer ausgefeiltere Zusatzinformationen zu integrieren — und zusätzlich zum höheren Einstandspreis für Updates zusätzlich
monatlich/jährlich Gebühren zu kassieren. — Verständlich aus betriebswirtschaftlicher Sicht, kostspielig für den Kunden…
POIs für Navigationsgeräte
Denn wie oft kommt es vor, daß man mit seinem Gerät eigentlich ganz zufrieden ist, nur das eine oder andere kleine Extra vermißt? Deswegen möchte man sich doch nicht gleich ein neues Gerät kaufen. Bei vielen Geräten kann man per Software nachhelfen: Die bereits genannten Zusatzinformationen werden gern in sog. POIs (points of interest; ursprgl. “Sehenswürdigkeiten”) verpackt — womit man der Lösung etwas näher ist. Denn bei diesen POIs ist man nicht unbedingt auf die Hersteller angewiesen, denn schon seit vielen Jahren tragen Navigationsenthusiasten fleißig eigene Listen zusammen und tauschen die Daten via Internet aus. Eine der bekanntesten Plattformen in diesem Bereich ist beispielsweise POIbase.

Liste von Biergärten als POI
Viele Navigationsgeräte zeigen POIs nämlich nicht nur passiv im Kartenbild an, sondern können auch nach nahegelegenen Zielen filtern und per Ansage darauf aufmerksam machen — egal ob nächster Kinderspielplatz oder fest installierte Radarfalle.
Bei POIbase handelt es sich einerseits um eine Software um die Daten auf ein Navigationsgerät zu übertragen, andererseits um eine Website für den Austausch von Informationen. 
POIbase erkennt ein Navman-Gerät
Bei inzwischen etwas aus der Mode gekommenen Pocket-PCs reicht es oft, die Daten in ein bestimmtes Verzeichnis zu kopieren, bei neueren Systemen geht’s direkt per USB. In der Übersicht der POIbase kompatiblen Navi-Systeme kann man nachsehen, welche Geräte unterstützt werden, z. B.
- Falk Navigator 5, 6, 7, 8, 9, 10 für E-, F-, N- und P-Serie
- Navigon MobileNavigator 7xxx (über POIbase Mobile Client) und MobileNavigator 7.6
- TomTom Navigator GO, ONE, RIDER,PDA, MOBILE, XXL Version 1.xx – 9.xx
- NavGear GP-35, GP-43, GT-35-3D, GT-43-3D, GT-35-T-3D, GT-43-T-3D, GT-50-T-3D, V35-1, V35-1.2, SimValley XP-Serie und MX-Serie (bekannt durch “Pearl”)
- alle Systeme die den Garmin POI-Loader unterstützen, z.B. Nüvi, Zumo, StreetPilot
- weitere Geräte von Navman, Pioneer, Route 66, Blaupunkt, Mio oder Becker
Früher findet man in den POI-Listen der Hersteller nur Tankstellen, Parkhäuser und ein paar Restaurants. POIbase bietet inzwischen 100 nach Schwerpunkten sortierten verschiedene Kategorien an.
POIbase bietet 100 Kategorien
Die Daten kann man sich beliebig aus den unterschiedlichen Kategorien zusammenstellen und auf seinem Gerät installieren. In der Grundversion kann sich jeder anmelden und die Datenbank kostenlos nutzen. Erst für sog. Premium-POIs muß man sich kostenpflichtig anmelden (ca. 70 Euro). So kann man POIbase risikolos ausprobieren und an der Community teilnehmen.
Es finden sich auch eine Menge Spezial-POIs
So finden sich auch eine Menge Spezial-POIs wie Baudenkmäler, Burgen, Jugendherbergen oder Sommerrodelbahnen. Bevor man begeistert überall “hinzufügen” anklickt, sollte man einen Blick auf die gespeicherte Anzahl werfen, denn manchmal reicht diese über die durchschnittlichen 300 oder 400 weit hinaus, wie beispielsweise bei Geocaching mit stolzen 34.052 Einträgen — das könnte auf den Speicherplatz im Gerät durchschlagen. In “meine ausgewählten POIs” kann man später nochmal alle Einträge überprüfen und ggf. einige Datensätze rauswerfen. Die Software bietet außerdem die Möglichkeit, sich die POIs vorab in einer Karte anzusehen und ggf. selbst zu ergänzen.
POI-Übersicht in der Software
POI Pilot 5000 plus
Nicht selten gilt die Weisheit “weniger ist mehr”, und wem die Synchronisation zu aufwendig ist oder generell eine Abneigung gegen bunte Navigationsgeräte mit vielen Knöpfen hat, kann die POIs ganz “spatanisch” mit der Zusatzhardware POI Pilot 5000 plus verwenden (ca. 60 Euro). Dabei handelt sich um einen GPS-Empfänger für 42 Kanäle, der o. g. POI-Listen in 4 Megabyte internem Speicher ablegt und dann bei Annäherung auf diese Punkte per Sprachausgabe darauf aufmerksam macht. Das Gerät ist vollkommen unabhängig von einem üblichen Navigationsgerät.
POI Pilot 5000 plus macht akustisch auf POIs aufmerksam
Dabei gibt es unterschiedliche Betriebsmodi wie Warnung vor Blitzern, Gefahrenstellen oder Sonderzielen. Da ein GPS unabhängig die Geschwindigkeit ermitteln kann, kann es auch generell vor einer Höchstgeschwindigkeit warnen, wenn man bsplw. mit einem Anhänger unterwegs ist. Für den POI Pilot 5000 plus wird übrigens eine eigene Software zur Verwaltung der Sonderziele mitgeliefert, die auf POIbase basiert, und für Blitzer und Gefahrenstellen freigeschaltet ist (für 5 Jahre).
Achtung,
die Warnung vor Blitzern ist in Deutschland m. E. verboten, in der Schweiz sollen deshalb Geräte rücksichtlos sogar von unwissenden Touristen einkassiert werden (Straßenmaut reicht wohl nicht). — In Holland stehen dagegen vor einer Radaranlage große Warnschilder, der Einsatz solcher POIs ist m. W. dort z. Zt. nicht verboten (rechtlich unverbindliche Information!).
[Kommentar] Da sieht man wieder einmal wie scheinheilig die Argumentation ist, daß Radarfallen nur an Unfallschwerpunkten aufgestellt würden. Wieso ist dann die zusätzliche Warnung vor dieser Gefahr durch ein Navigationsgerät aber nicht erwünscht?
Die Bedienung des POI Pilot 5000 plus mutet angesicht der allgegenwärtigen vollgrafischen Displays ein wenig antiquiert an, ist jedoch in diesem Rahmen vollkommen ausreichend. In der Regel stellt man es auf den bevorzugten Modus ein und schaltet es sonst nur ein und aus (oder aktualisiert von Zeit zu Zeit die POIs am Computer). Es wird entweder die Uhrzeit oder die Entfernung zum nächsten Sonderziel angezeigt. Darüber hinaus gibt es links einen kleinen Kompaß, der die Fahrtrichtung anzeigt. Das Gerät kann mit seiner gummierten Oberfläche und den kleinen Abmessungen gut im Fahrzeug plaziert werden und verfügt über einen Akku. Darüber hinaus werden ein USB-Kabel sowie ein Stromversogungsstecker für die Bordsteckdose mitgeliefert. Insgesamt ein GPS à la “klein aber fein”.




die Warnung vor Blitzern ist in Deutschland m. E. verboten, in der Schweiz sollen deshalb Geräte rücksichtlos sogar von unwissenden Touristen einkassiert werden (Straßenmaut reicht wohl nicht). — In Holland stehen dagegen vor einer Radaranlage große Warnschilder, der Einsatz solcher POIs ist m. W. dort z. Zt. nicht verboten (rechtlich unverbindliche Information!).