Qualität von Digitalfotos
Wenn es um Digitalfotografie geht, kommt man auch irgendwann einmal zu dem Punkt, wo es um “Abzüge” geht. In den vergangenen Monaten habe ich unsystematisch viele Fotoleistungen getestet: Einerseits Poster, Kalender, Fotoalben oder Postkarten, andererseits Anbieter wie ExtraFilm, CEWE (via “DM”) und Rossmann.
Farbunterschiede bei Bildern von Rossmann (links) und CEWE (rechts).
Natürlich wird man dann nach der Qualität der Fotos usw. gefragt — eine schwierige Frage um die ich mich gern drücke, weil nur bedingt beantwortet werden kann (zumindest für den Hobby-Bereich): Man kann relativ “objektiv” die Software beurteilen, den Bestellvorgang oder die Lieferzeiten. Farben, Lichter und Schatten, die am Ende die Qualität des Fotos ausmachen, kann man zwar auf den fertigen Bildern ebenfalls beurteilen oder sogar messen — doch wenn etwas nicht in Ordnung ist, muß man sich eventuell auch an die eigene Nase fassen und überprüfen, ob wirklich entsprechend ausgearbeitetes Material angeliefert hat. Auch sind Details oft Geschmackssache. Dazu kommt, daß im Produktionsprozeß lustig zwischen unterschiedlichen Farbmodellen und Darstellungstechniken gesprungen wird, was jedes Mal zu Veränderungen in den zu Grunde liegenden Daten und letztlich der Darstellung führt.
Es gibt da einige Leute — und Zeitschriften — die die Muße haben, dies ganz genau technisch auseinander zu fummeln und gute Argumente dafür haben. Ich beobachte aber auch, daß man dann kaum noch zum Fotografieren kommt und selten mit einem Bild zufrieden ist. Da ich keinen systematischen Versuch gemacht habe, ist mir ein grober Unterschied bisher nur bei o. g. Bild aufgefallen, wo das Grün bei CEWE ins Gelb/Braune abdriftet, während die Ausarbeitung von Rossmann (Fuji) eher meine Vorstellung trifft. Bei anderen Fotografen kann es aber genau umgekehrt sein. Deshalb verweise ich ganz pragmatisch auf eine alte Erkenntnis: Probieren geht über Studieren! Man läßt ein gewisses Portfolio stur bei einer Auswahl von Anbietern herstellen — und guckt was hinten rauskommt… Zum Beispiel: den Discounter um die Ecke, den preiswerten Versender, den kostspieligen Spezialisten. Dabei sollte man auch unterscheiden, ob es um Erinnerungsfotos, künstlerische Bilder oder Foto-Geschenke geht (z. B. Kalender, Becher usw.).
[Update]
Inzwischen gehört der Test von “Fotolabors” zur festen Größe auch in Computer-Zeitschriften, z. B. der ct 3/2010 (ab S. 100).

