Dropbox — der intelligente Datenspeicher. [Update]
Das Thema steht schon seit einiger Zeit auf meiner “to do”-Liste: Dropbox. Wer Dropbox erst einmal kennen gelernt hat, mag danach ungern darauf verzichten. Im Prinzip verbirgt sich hinter Dropbox “einfach” ein Fileserver (auch NAS wie Network Attached Storage, wie z. B. Western Digital 1TB NAS
oder Drobo 4 Bay
) — allerdings ist er nicht nur im LAN, sondern via Internet weltweit erreichbar. Und in einer Grundversion ist es “natürlich” kostenlos, also Test ohne Risiko. Doch was was kann man nun konkret damit machen?

Dropbox bietet auch viele Verwaltungsfunktionen.
Fileserver
Die naheliegende und einfache Verwendung ist erstmal als externes Speichermedium und Backup für wichtige Dateien. Die 2 Gigabyte des kostenlosen Accounts können zwar nicht gegen die Terabyte-Platte auf dem Schreibtisch anstinken, aber Trumpf ist die weltweite Erreichbarkeit sowie einige Zusatzfunktionen. Außerdem kann man in den kostenpflichtigen Accounts 50 oder 100 GB buchen, was schon etwas mehr hermacht. — Immerhin muß man im Hinterkopf behalten, daß die Daten über eine Datenverbindung wie WLAN, DSL oder UMTS gehen und somit in der Geschwindigkeit noch etwas Geduld erfordern. Bei einer Flatrate eigentlich kein Problem, der Datenabgleich kann ja im Hintergrund nebenher laufen.
Mehrwert
Wer allerdings mit zwei oder mehr Rechnern arbeitet, kann die Vorteile richtig nutzen: Auf den Dropbox-Speicher kann man von allen Rechnern gleichzeitig zugreifen und die Daten automatisch synchronisieren — sehr praktisch bei der Arbeit im Team, mit dem Notebook oder zwischen Zuhause und Büro. Spezielle öffentliche Verzeichnisse kann man mit anderen Dropbox-Nutzern teilen und so problemlos Dateien austauschen. Einzelne Elemente können auch Nutzern ganz ohne Dropbox-Account freigegeben werden, um beispielsweise große Dateien auszutauschen, die man nicht per Mail versenden will. Ein spezieller “Photos”-Ordner erstellt aus den dort gespeicherten Bildern automatisch eine Galerie.
Sicherheit
Es ist auch ein Sicherheitsmerkmal für Netbooks, die tatsächlich mobil verwendet werden: Natürlich ist es um die Hardware schade, wenn einem unterwegs ein Netbook geklaut wird — doch viel wertvoller sind doch die darauf gespeicherten Daten! Wenn man eigene Dokumente standardmäßig im Dropbox-Verzeichnis ablegt, kann man nach einem Diebstahl wenigstens noch die Daten retten. — Tipp: Bei mobilen Geräten sollte man außerdem immer Verschlüsselungen o. ä. verwenden (z. B. TrueCrypt).
WP-Bildpuffer
Der neueste Coup: Ein Plugin für WordPress nutzt Dropbox als Pufferspeicher für die verwendeten Bilder. Gerade bei großen Blogs mit vielen Bildern spart das Speicherplatz und erreicht u. U. außerdem eine höhere Ladegeschwindigkeit. — Tipp: Auch wer schon einen Dropbox-Account hat, sollte sich dazu ein zweites Konto einrichten.
Dropbox kann über zwei Wege genutzt werden: Entweder direkt über einen Browser.
Dort stehen dann alle Funktionen zur Verfügung, man muß aber ein bißchen mehr klicken (z. B. zur Wiederherstellung gelöschter Dateien der letzten 40 Tage). Oder über ein kleines Tool, das jeweils auf dem Computer installiert wird.
Das Dropbox-Utility synchronisiert automatisch im Hintergrund.
Es synchronisiert die Verzeichnisse auf allen mit diesem Account verbundenen Rechnern, und verrichtet seine Arbeit still und leise im Hintergrund. Das Programm steht für Windows, Mac OS und Linux zur Verfügung (es gibt auch eine eingeschränkte Version fürs iPhone).
Viele Nutzer haben Angst, daß bei einem Ausfall von Dropbox “alle Daten weg” sind — dem ist nicht so, da ja alle Daten jeweils auf den lokalen “Dropbox”-Ordner der zum Account gehörenden Rechner synchronisiert werden! Der Dropbox-Online-Speicher stellt dabei gewissermaßen nur einen Puffer dar, den man zusätzlich auch direkt nutzen kann.
Alternativen: Wer über einen eigenen Server verfügt und dort noch Platz “übrig” hat, kann eine ähnliche Funktion auch mit einem intelligenten FTP-Client oder speziellen Backup-Programmen erreichen. Auch die AVM FRITZ!Box Fon WLAN 7270 hat als Telefonanlage/Router u. a. einen Fileserver eingebaut, den man ggf. sogar extern nutzen kann.
Kurzinfo
- Mit Dropbox kann man komfortabel über das Internet Daten speichern, sichern, austauschen. Der Dienst bietet darüber hinaus hilfreiche Verwaltungsfunktionen wie beispielsweise öffentliche Links auf einzelne Dateien.
- Autor: Dropbox | Sprache: englisch | Windows, Linux, Max OS (eingeschränkt nutzbar auch für andere OS mit Internet-Zugriff) | Lizenz: 2 GB frei, darüber hinaus Gebühren | Homepage: https://www.dropbox.com/
[Update]
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber wenn man beim Anlegen eines neuen Dropbox-Kontos diesen Partnerlink verwendet, erhalten fairerweise beide – alter und neuer Dropbox-Nutzer — 250 Megabyte Speicherplatz extra (bis max. 5 GB). Die kostenlose Erweiterung erfolgt, nachdem das o. g. Tool auf dem neuen Rechner installiert und verwendet wurde.
[Update II]
Habe gerade noch einen älteren Verglich bei Netzwelt gefunden: Speicher-Freeware im Vergleich: Die Online-Festplatten von Pando, SteekR und Dropbox. — Dropbox ist und bleibt klarer Testsieger.
6 Comments
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By ariax, 19. January 2010 @ 19.20
Ein echt geniales Tool, danke für den Bericht.
Da bei Oberlehrers Link die maximale Anzahl Invites mittlerweile wohl längst verbraucht sind, könnt ihr auch meinen verwenden:
[da könnte ja jeder kommen]
By Oberlehrer, 18. December 2009 @ 13.28
Dropbox kann man leider nicht ohne weiteres mit zwei oder mehr Accounts auf dem selben Rechner nutzen. Wenn man zum Experimentieren mehrere Accounts verwenden möchte, muß man tricksen, z. B. mit dem Tool “Dropboxen“. — Bitte mal Erfahrungen posten…
By Jörn, 18. December 2009 @ 12.30
Ich bin auch sehr zufrieden mit der Dropbox. Ich habe aber die Frage, ob ich auf einem Rechner zwei verschiedene Dropbox Accounts einrichten kann, weiss das jemand? und wen ja, wie?
Jörn
By Oberlehrer, 17. December 2009 @ 16.29
Danke für den Hinweis auf den “Zeta Uploader” — ist aber mit Dropbox nur bedingt vergleichbar, da von Anfang an ein Empfänger angegeben werden muß und die Datei nur temporär zur Verfügung steht. Die Synchronisationsmöglichkeiten von DB sind viel weitreichernder, die Handhabung trotzdem sehr einfach.
By Uwe, 17. December 2009 @ 15.00
Vor 3 Jahren haben wir für interne Kundenkommunikation eine ähnlichen (aber simpleren), kostenlosen Dienst aufgebaut (“Zeta Uploader” mal googeln bei Interesse).
Da wir Entwickler sind, gibt’s z.B. auch eine SOAP/WSDL-Schnittstelle. Ich verwende das in vielen Anwendungen um z.B. große Anhänge zu versenden.
By Detlef, 5. December 2009 @ 14.12
Volle Zustimmung. Ein sehr gutes tool,dass auch bei mir den Datenaustausch zwischen Linux-Notebook,Mac-Desktop sowie iPod touch gewährleistet.
Nur zu empfehlen………:-)
dhe