ExtraFilm — ein Fotoalbum gestalten (Teil I)
[Trigami-Anzeige] Ich habe es schon lange vor,
kann mich aber nicht entscheiden. Nun habe ich über Trigami einen Gutschein vom Fotolabor ExtraFilm erhalten und eine Ausrede weniger, warum meine Bilder im Schukarton auf der Festplatte “verstauben”. Jetzt bleibt nur noch die Qual der Wahl, was mit welchen Fotos passieren soll. Ein Fotoalbum, ein paar Poster und vielleicht noch ein Minialbum.
Vorab zur Technik. Wie bei vielen anderen Fotodiensten stehen prinzipiell zwei Wege zur Auswahl. Gestaltung und Bestellung können sowohl “online” im Browser als auch “offline” mit einer lokalen Software durchgeführt werden. Bei “ExtraFilm” gelten folgende Rahmenbedingungen:
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Der ExtraFilm Designer ist nur für Windows verfügbar:
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Schwierig ist die Auswahl des richtigen Fotoalbums : Die preiswerten Formate sind nicht nur schlicht gehalten, sondern auch noch sehr klein. Während das klassische Fotoalbum eine Größe von ca. 30 x 30 cm hat, sind hier die mittleren Formate lediglich 17 x 17 (ab ca. 8 Euro) oder 21 x 21 cm groß (ab ca. 25 Euro). Das gewohnte Format 30 x 30 cm schlägt dann schon mit fast 40 Euro zu Buche — bietet dabei allerdings mehr Platz und eine bessere Ausstattung. So ein Album erscheint zunächst recht kostspielig, allerdings kommen dann nur noch Versandkosten hinzu, während man beim klassischen Fotoalbum ja noch die Kosten für die einzelnen Abzüge und Klebematerial usw. hinzu rechnen muß. — Leider ist auf der Übersichtsseite noch unklar, wieviele Seiten jeweils zur Verfügung stehen und welcher Aufpreis damit ggf. verbunden ist.
Preisliste für ein Fotoalbum bei ExtraFilm. (Stand: Mai 2009)
Um einerseits die Software, andererseits die Qualität kennen zu lernen, entscheide ich mich erstmal für das preiswerte und vom Umfang her überschaubare Fotoalbum “Cheers” im Format 17 x 17 cm mit Drahtheftung und einem Preis ab 8 Euro (16 Seiten).
Dieser Erfahrungsbericht basiert auf Verwendung der Windows-Software, weil sie ja für Alben mehr Möglichkeiten bieten soll und das Zusammenstellen möglicherweise nicht an einem Tag abgeschlossen werden kann. Das hört sich erstmal komfortabler an…
Nach dem Albumtyp muß man sich für ein Layout entscheiden, von denen werbewirksam mehr als 50 zur Verfügung stehen. — Die unschuldig weißen Seiten eines “normalen” Fotoalbums gewohnt, bin ich ein wenig skeptisch, denn eine fertige Dekoration macht später meinen Bildern im optischen Eindruck Konkurrenz… Da ich einen Kurzurlaub “Paris” ins Bild setzen möchte, entscheide ich mich erstmal für das naheliegende Layout “Citytrip” und hoffe, daß ich ggf. dort noch Einfluß nehmen kann. — Wie sich im Laufe der Arbeit herausstellt, kann man später einzelne Elemente noch ändern oder aus anderen Vorlagen übernehmen.
Klick, jetzt darf man das Album mit Bildern befüllen und erfährt “nebenbei” in der Statuszeile, daß das Album für 35 bis 57 Fotos geeignet ist. Das bezieht sich aber nur auf die Standardeinstellungen mit Layout-Vorgabe und 16 Seiten. Man kann sowohl pro Seite weitere Bilder hinzufügen als auch auf maximal 24 Seiten aufstocken (pro Seite 1 Euro Aufpreis).
Das Album “Cheers” kann standardmäßig zwischen 36 und 57 Bilder enthalten.
Schnell wird bei meinen 418 Fotos klar: Ein Organisieren der Fotos mit der integrierten Bildverwaltung ist sehr unübersichtlich und zeitraubend. Man sollte daher eine passende Auswahl vorab in ein “Arbeitsverzeichnis” kopieren. Auch das anschließend angebotene automatische Füllen des Albums mit den Bildern ist nur bedingt zu gebrauchen, da ein Tauschen innerhalb einer Seite zwar möglich ist, aber zwischen mehreren Seiten wiederum umständlich. Bei manueller Plazierung werden dagegen alle Bilder links im “Leuchtkasten” angezeigt und verwendete mit einem grünen Häkchen markiert.
Die Schaltzentrale zur Gestaltung eines Fotoalbums.
Die Schaltzentrale — siehe oben — zur Gestaltung eines Fotoalbums bietet folgende Möglichkeiten: Links die Bildauswahl (Leuchtkasten). Über Reiter kann man Hintergründe, Layout, Rahmen (“Filter”) und Clipart (“Symbole”) einstellen. Die Kopfzeile zeigt miniaturisiert das Fotoalbum als Doppelseiten — darunter das Layout der gerade bearbeiteten Doppelseite. Bilder können von der Vorschau links direkt in die Platzhalter ins Layout gezogen werden. Sofort signalisiert ein Smilie, ob das Bild von der Auflösung her geeignet ist. Danach kann man Position und Größe noch verändern.
Ärgerlich: Die Rückseite (U4) ist bei “Cheers” bis auf Details fest vorgegeben und kann deshalb nur bedingt genutzt werden. Stattdessen prangt dort ein dickes Logo des Anbieters.
Bildbearbeitung ist nur bedingt vorgesehen: Drehen, Zuschneiden, Autokorrektur, rote Augen, schwarzweiß, Sepia, Kontrast. Aber: Zuschneiden scheint nur proportional zu funktionieren, Drehen nur in 90-Grad-Schritten, Schärfen steht nicht zur Verfügung. Außerdem kein “undo” für Bildbearbeitung oder Layout. Das lädt nicht gerade zum Experimentieren ein.
Unpraktisch: Alle Bilder müssen durch die eingebaute Bildverwaltung geschleust werden, was gerade beim Hinzufügen neuer Bilder ziemlich umständlich ist. Hinzufügen über Zwischenablage oder per “drag and drop” ist nicht möglich. Außerdem werden die Dateinamen nicht angezeigt, so daß bei einer Rundreise Bilder nur nach Sicht zugeordnet werden können. Update : Die Ballon-Hilfe zeigt sogar ganze Pfade — aber eben nur einzelner Bilder.
Die Arbeit und Gestaltung kann man zwar mit einer Vorschau am Bildschirm kontrollieren. Was mir am Ende fehlt ist eine “Korrekturfahne” (Probeausdruck), um wirklich einen Gesamteindruck zu bekommen und Tippfehler in den Textfeldern entdecken zu können.
Seiten können kommentarlos verschwinden.
Böse Falle: Beim Hinzufügen einer Seite werden aus technischen Gründen zwei Doppel-Seiten hinzugefügt. Möchte man später davon beispielsweise zwei unbenutzte löschen, verschwinden ohne Warnung insgesamt vier (intern) verbundene Seiten! — Drucktechnisch logisch, aber nicht “ohne”.
Zum Schluß stellt sich ein ganz anderes Problem: Das Fotoalbum ist fertig und im Warenkorb. Jetzt möchte ich noch einige Poster hinzufügen. Leider werden unter “Start” in der Software nur weitere Fotoalben bzw. Agenden angeboten… Nachfrage bei ExtraFilm bestätigt: In der Software können keine Einzelbilder bestellt werden — der Gutschein kann so nicht voll ausgenutzt werden und verfällt zum Teil, für Poster fallen Extrakosten an. Keine gute Lösung. — Apropos Kosten: ExtraFilm stellt auch einen Promotion-Link zur Verfügung, der 10 Euro Gutschein und Rabatt auf Versandkosten einbringt (kann man eigene Erfahrungen mit sammeln und in den Kommentaren berichten).
Zwischenbilanz
Wer bisher seine Bilder mit den üblen Klappeneinschubalben gequält hat, kann mit der Software ohne allzu große Anstrengung einen großen Schritt nach vorn machen. Wie immer geht die Arbeit leicht und zügig von der Hand solange man mit dem vorgegebenen Konzept zufrieden ist. Sobald man “Extrawünsche” hat muß man tricksen und Kompromisse machen.
Prima: Verwendete Bilder werden im Leuchtpult mit einem grünen Häkchen markiert und im Layout signalisiert ein Smilie die Bildqualität. Bilder können mit Rahmen aller Art verziert werden (“Filter”), die konsequente Umsetzung ist allerdings mühsam.
Wenn ich aber bedenke, wieviele Fotos aus Analog-Zeiten noch uneingeklebt auf’s Fotoalbum warten, ist so eine elektronische Variante — die ja letztendlich in ein unabhängiges Fotoalbum zum Mitnehmen mündet — eine überlegenswerte Alternative. Die Kosten erscheinen zwar auf den ersten Blick happig, doch ist so ein Album ja inklusive Fotos und durch die direkte Verarbeitung ja auch ohne Überschuß. Wofür man sich am Ende entscheidet, hängt einerseits von der Druckqualität des Albums, andererseits von den Möglichkeiten der Software ab. — Dazu mehr im nächsten Teil…



