Gen-Technik-Versuchskaninchen [Kommentar]

Wer hätte das gedacht? Anläßlich des Verbots von Gen-Mais in Deutschland (und weiten Teilen Europas) sei auf ein paar Dinge hingewiesen.

  1. Es wird ja gern behauptet, daß Gen-Technik nichts anderes als das seit Jahrhunderten übliche Kreuzen sei. Nur schneller. — Dann möge man doch bitte einmal vorführen, wie man Ziege und Spinne miteinander kreuzt, damit sie gentechnisch veränderte Milch geben kann. Selbst bei verwandten Tierarten klappt dies nur bedingt und bringt meist unfruchtbare Nachkommen (z. B. Esel und Pferd).
  2. Darüber hinaus wird auch gern verharmlosend gesagt, daß der Gen-Mais ja nur Viehfutter sei. — Und was passiert mit dem Vieh, wer trinkt die Milch oder ißt das Fleisch? Es dürfte an ein Wunder grenzen, wenn man vorn genmanipuliert füttert und hinten kommt “genfrei” heraus. Der zu Grunde liegende Prozeß heißt nicht umsonst Veredelung, Stoffwechsel und Nahrungskette.
  3. Und wer sich für Ethik nicht interessiert, sollte bedenken: Mit dem Gen-Mais begibt sich erst der einzelne Landwirt, später u. U. die ganze Lebensmittelproduktion in Abhängigkeit eines einzelnen Konzerns. Saatgut, Dünger, “Pflanzenschutz” usw. gibt’s nur dort. Amerikanische Landwirte haben dabei schon entsprechende Erfahrungen gemacht (siehe “arte”-Reportage).

 

Ich bin nicht perse gegen Gen-Technik (und “Fortschritt”) — aber bei dem jetzigen Stand der Gen-Technik weiß die “Wissenschaft” nicht wirklich, was sie tut. Vielmehr hat man durch Versuch und Irrtum irgendetwas “hinbekommen” und versteht bestenfalls ansatzweise was passiert. Mit Gift und Genen (Bild: Amazon)Deshalb können Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen werden, das Gegenteil ist viel wahrscheinlicher und schon in viel simpleren Prozessen nicht überschaubar.

Mit Gift und Genen (Bild: Amazon)

Und: Es geht gerade bei den heiß diskutierten Themen ja nicht um Grundlagenforschung an einer Universität, sondern um den Return on Investment (ROI) eines nach Gewinn strebenden Unternehmens. Man kennt es von vielen anderen Produkten, daß man sie möglichst schnell auf den Markt wirft, und dann mal sehen, was draus wird. — “Experimente” sind in engen Grenzen eventuell in der medizinischen Forschung vertretbar um Leben zu retten, nicht aber um einen Schokoriegel ein paar Cent billiger zu machen. Ich möchte nicht ungefragt Versuchskaninchen sein.

Dokumentation von “arte” über einen Multinationalen Biotechnologiekonzern (Google Video)

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